#838 – Dankbarkeit gegenüber den Eltern

Dankbarkeit gegenüber den Eltern
Bild von Anastasia Gepp auf Pixabay

Dankbarkeit gegenüber den Eltern hat viel mit Erwartungen zu tun. Es steht in der Bibel und gilt als gesellschaftlich erwünschtes Verhalten. Doch so wird aus Dankbarkeit schnell eine Pflichterfüllung.

Ob das bei dir der Fall ist und wie du damit umgehen kannst und vor allem darfst, das erfährst du heute in meinem Podcast.

Transkript

Transkript

Dankbarkeit gegenüber den Eltern

Moin aus Hamburg, hier ist der Thomas!

Heute habe ich einen relativ kurzen Podcast für dich, nach dem Podcast von Mittwoch, – ich glaube, der war so ungefähr bei 20 Minuten – mache ich heute für dich ein bisschen kürzer. Das Thema ist: Dankbarkeit gegenüber den Eltern.

Und ich spreche jetzt nur von erwachsenen Menschen. Ich spreche also nicht von Kindern, die noch nicht volljährig sind, sondern ich spreche von volljährigen Erwachsenen. Von volljährigen Kindern. Also, ich bin jetzt 56, und ich bin natürlich auch immer noch das Kind meiner Mutter und das Kind meines Vaters, wobei meinen Vater 2010 verstorben ist. Trotzdem bin ich mit 56 Kind.
Und es gibt ja so ein ungeschriebenes Gesetz, dass wir – oder ich glaube es steht sogar in der Bibel, – dass wir Mutter und Vater ehren sollen.
Ich hatte in der letzten Woche einen Coaching-Abend mit einer Gruppe die ich begleite, und da sind wir auch auf das Thema „Eltern“ gekommen, sind auf das Thema „Kinder“ gekommen und so weiter und so fort.

Und wir haben ja selber häufig so dieses Thema: „Ich muss mal wieder meine Eltern anrufen. Ich muss meine Mutter anrufen, mein Vater anrufen.“ – oder wenn ich in der Nähe bin – Ich muss immer vorbeifahren, ich muss mich sehen lassen.“ Das wird irgendwie von der Gesellschaft so erwartet. So ein Etikett. Also, wenn man erzählen würde in der Gesellschaft: „Ich habe meine Eltern schon jahrelang nicht besucht.“ oder „Ich rufe meine Eltern nicht an.“, dann kriegst du gleich ein Etikett: „Schlechter Mensch. Der besucht seine Eltern nicht. Der ehrt Mutter und Vater nicht.“ Etikett der Gesellschaft.

Und viele tun das, viele besuchen ihre Eltern, fahren immer wieder hin und haben dann die schmerzvolle Erfahrung: „War das Scheiße, das Wochenende. Ich war bei meinen Eltern und wir hatten uns nur in der Wolle! Ja, war total ätzend.“ Passiert ständig.
Oder du hast ein Telefonat mit den Eltern, Mutter, Vater, legst auf und denkst: „Boah, hätte ich mir sparen können. Ich habe immer nur wieder Vorwürfe gekriegt, dieses, jenes oder welches.“

Ja, wenn du das alles so erlebst, stell dir mal die Frage:

Warum tust du es? Warum besuchst du deine Eltern noch?
Aus dem Grund, dass die Gesellschaft das will?

Aus dem Grund, dass du nicht willst, dass andere über dich denken: „Was bist du für ein schlechter Mensch, wenn du deine Eltern nicht besuchst oder deine Eltern anrufst“?

Ist das der Grund?

Ich kann dir sagen, lass das los.

Und in diesem Coaching in der letzten Woche hat sich eine von den Teilnehmerinnen, die hat sich so gefreut! Wir haben das persönlich gemacht, ich konnte sie sehen und ich sag: „Was ist denn bei dir jetzt passiert?“ „Boah, Thomas! Wow, ich bin dir gerade so dankbar. Ich fahre tatsächlich demnächst in meine sogenannte alte Heimat.“ Also da, wo sie mal viele Jahre gewohnt hat und wo ihre Eltern leben. Ich sag: „ja, und warum freust du dich so sehr?“ „Ja, ich werde meine Eltern nicht besuchen und meine Geschwister nicht.“ Die Eltern sind schon verstorben, entschuldige, muss das korrigieren. „Ich werde meine Geschwister auch nicht besuchen.“ Ist also so ungefähr die gleiche Erwartungshaltung. „Ich werde nur meine Freundin besuchen, deswegen fahre ich dahin. Und ich danke dir für deinen Impuls. Ich brauche die ja nicht besuchen.“

Stell dir also einfach vor, – ich habe nämlich vor dem Satz gesagt, und den verrate ich dir auch jetzt, das ist mein reicher Impuls für dich heute:

Stell dir deine Eltern mal vor, so, wie sie sind. Wenn du deine Eltern wirklich aus tiefstem Herzen liebst, wenn du deine Eltern aus tiefstem Herzen anrufen willst, wenn du sie aus tiefstem Herzen, aus komplett eigener Überzeugung sehen willst, Zeit mit ihnen verbringen willst, herzlichen Glückwunsch! Klasse! Dann tue das auch.

Wenn du aber das Gefühl hast, ich mache das nur, weil die das erwarten. Ich mache das nur, weil die Gesellschaft das erwartet, oder weil meine Geschwister erwarten, wenn ich schon in der Nähe bin, muss ich die Eltern besuchen. Wenn es so ist, dann folgender Impuls für dich.

Stell dir vor, du bist im Urlaub. Und stell dir vor, du hättest Menschen im Urlaub kennengelernt, die genauso sind wie deine Eltern. Noch mal zur Wiederholung, du bist im Urlaub und du lernst im Urlaub Menschen kennen, die genauso sind wie deine Eltern. Also, ein Pärchen, Mann und Frau und die sind genauso wie deine Eltern. Und du hast sie im Urlaub irgendwie kennengelernt, am Frühstückstisch, beim Abendessen, an der Bar oder wo auch immer, am Pool.
Und jetzt die Frage: Wie groß ist deine Lust, dass du diese Menschen nach dem Urlaub aus ganz eigenem Antrieb noch mal wiedersiehst?
Und wenn du jetzt sagst: „Null! Mein Gott, die haben mich total genervt. Da, beim Frühstück saßen die da immer. Boah, waren die nervig. Genau wie meine Eltern.“ Wenn das so ist, dann lass los.

Lass los davon und sei dankbar deinen Eltern. Fertig. Aber ansonsten brauchst du keine Zeit mit ihnen verbringen. Lebensverschwendung.

Vielleicht jetzt ein harter Podcast für heute. Das kannst du entscheiden. Kann auch sein, dass dich was antriggert, dass du jetzt total ausrastest und denkst: „Der Reich, der blöde Sack, was erzählt er mir heute? Ich höre den Podcast nie wieder.“ Kann alles passieren. Kann ich mit leben. Aber tu dir den Gefallen, dich nicht mehr selbst zu belügen mit dem, was wirklich ist.

In dem Sinne, schönes Wochenende! Mit wem auch immer du es verbringst.

Das war, ist und bleibt Thomas REICH!

Du willst noch mehr Impulse?

Datenschutz
Die Reich Methode, Inhaber: Thomas Reich (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.
Datenschutz
Die Reich Methode, Inhaber: Thomas Reich (Firmensitz: Deutschland), verarbeitet zum Betrieb dieser Website personenbezogene Daten nur im technisch unbedingt notwendigen Umfang. Alle Details dazu in der Datenschutzerklärung.