#837 – Verkaufen ohne zu verkaufen. Warum ist das Thema so uncool?

Verkaufen, ohne zu verkaufen. Warum ist das Thema so uncool?
Foto von Karolina Grabowska von Pexels

Verkaufen ohne zu verkaufen. Geht das? Und wenn ja, wie?
Auf jeden Fall ist das Thema Verkaufen und der Beruf des Verkäufers ziemlich uncool. Verkäufer wollen einem nur was andrehen. Das brauch ich alles gar nicht. Vielleicht ein Effekt des Überflusses. Auf der anderen Seite macht den meisten das Kaufen jede Menge Spaß. Das heißt dann Shoppen. Aber das eine geht nicht ohne das andere.

Warum das Verkaufen nie ausstirbt und es gerade bei Überfluss und Skepsis trotzdem für dich Spaß und Erfolg bringen kann, darum geht es heute in meinem Podcast.

>> Podcast abonnieren <<

Mehr Impulse zum Thema…

Transkript

Transkript

Verkaufen, ohne zu verkaufen. Warum ist das Thema so uncool?

Verkaufen, ohne zu verkaufen. Warum ist das Thema so uncool?

Kann auch sein, dass du dir denkst: „Scheiße, heute wird’s wirklich ein irgendwie total langweiliger Podcast, denn der Thomas redet über verkaufen.“ Hast du dir mal die Frage gestellt, – und da spielt es keine Rolle, ob du jetzt dein eigener Chef bist oder deine eigene Chefin bist, ob du ein eigenes Unternehmen hast, ob du eine One-Man-Show bist oder eine One-Woman-Show, oder ob du als Angestellter in irgendeinem Unternehmen arbeitest – hast du dir mal die Frage gestellt: Was ist das Wichtigste für ein Unternehmen?
Meinetwegen kannst du dir auch die Frage stellen, wenn du ein eigenes Unternehmen hast: Was ist das Wichtigste für mein Unternehmen?
Und stelle diese Frage, stell’ diese Frage doch wirklich auch mit anderen Unternehmern, immer natürlich auch impliziert Unternehmerinnen. Ich kann dir sagen, du wirst von der Antwort überrascht sein.

Also, was ist denn wirklich das Wichtigste für jedes Unternehmen? Das Wichtigste für jedes Unternehmen: Aus meiner Sicht – das ist meine Sicht, meine Ansicht, meine Erfahrung seit vielen Jahren – ist es der Kunde.

Der Kunde, denn ohne Kunde kein Umsatz. Kannst du machen, was du willst.

Ja niemand, niemand anderes als der Kunde hält irgendwelche Unternehmen auf dieser Welt am Laufen. Nichts anderes. Nichts.

Doch, wenn du dich mit Unternehmern unterhältst, im Grunde auch egal, wie groß oder klein ihr Unternehmen ist, und du stellst ihnen die Frage: Was ist das Wichtigste für ihr Unternehmen, dann antworten dir maximal einer von zehn, dass es der Kunde ist. Einer von zehn maximal. Alle anderen fangen an mit ihrem tollen Maschinenpark, mit ihrem Standort, mit ihrer Technik, mit ihrer Digitalisierung oder so. Es gibt sogar welche, die als erstes ihre Mitarbeiter nennen. Ja, das Wichtigste für meine Unternehmen sind meine Mitarbeiter. Also, das ist schon sehr erfreulich, und die sind schon relativ weit vorne, doch nur einer von zehn hat verstanden, dass es der Kunde ist.
Irgendwie ist das grausam, irgendwie ist es zum Weglaufen und manchmal auch zum Schreien. Da jammern doch so viele Unternehmen und Unternehmer aller möglichen Branchen rum, also, jetzt natürlich hier diese ganze Korona-Scheiße seit einem Jahr ausgenommen, auch vorher schon war das Gejammer groß. Und daheim hieß es immer: „Ja, der Kunde, der Kunde… der stört. Der Kunde nervt. Also, wenn der Kunde nicht wäre, wäre alles besser. Der Kunde, der hat ja einen Igel in der Tasche.“ Kennst den Spruch: Igel in der Tasche? Das heißt auch so in Blankenese, dass die Menschen in Blankenese einen Igel in der Tasche haben. Das heißt also, wenn in der Tasche das Geld ist, wer greift also gerne in eine Tasche, wo ein Igel ist. Dann wirst du gepikst. Macht keiner. Deswegen behalten sie ihr Geld, und deswegen werden die Menschen in Blankenese immer reicher und natürlich auch immer älter.

Also, die Haltung ist häufig: „Der Kunde will ja nichts ausgeben. Und da können wir als Unternehmen ja nichts dran ändern, wenn der Kunde nichts ausgeben will.“ Dann wird natürlich gesagt, also ausgenommen jetzt diese ganze Korona-Scheiße, die Krise. Also, es ist ja nicht die erste Krise, die wir haben.

Also, ich habe damals mein Business auch in der Krise gestartet, und viele sagen: „Ja, die Krise ist dran schuld, dass es nicht läuft. Die Zeiten sind ja auch schlecht. Ja, die Ferien sind schuld, es sind Ferien immer wieder. Das ist auch blöd, wenn die Leute gar nicht da sind. Oder der Wettbewerb nimmt mir die Kunden weg.“
Also, es ist viel Gejammer auch immer wieder da. Da könnte ich dir noch eine halbe Stunde irgendwas drüber erzählen, was es alles an Ausreden gibt, die da sind, wenn es im Unternehmen eben mal nicht so läuft. Doch ich lass das mal.

2 von 100 Unternehmern, die stellen sich tatsächlich die Frage, wenn sie vorm Spiegel stehen und, ja, feststellen: „ Es läuft gerade irgendwie nicht so.“ Stellen sich vor den Spiegel und sagen sich: Könnte es an mir liegen? Könnte es tatsächlich an mir liegen, dass es gerade nicht so läuft?“ Also geht verkaufen, ohne zu verkaufen? Ich sag: Nein. Geht nicht.

Warum ist es so uncool, anderen zu sagen, dass man, also Mann oder Frau, Verkäufer ist. Also, hast du schon mal jemanden getroffen, der wirklich voller Überzeugung, aus totaler Lust sagt: „Ja, ich bin Verkäufer. Und ich bin total stolz darauf, Verkäufer zu sein!“
Wenn du jemanden kennst, sag mir Bescheid, wer das ist! Ich möchte ihn oder sie kennenlernen, denn die Berufsbezeichnung, Verkäufer oder natürlich auch Verkäuferin ist in Deutschland völlig uncool. Denn die Denkweise ist also von den anderen: „Ach, Verkäufer. Ne, geh weg, will mir irgendwer was andrehen, irgendwer was verkaufen, was ich gar nicht will, oder was ich nicht gebrauchen kann.“ Natürlich mag es das geben. Also, es gibt sicherlich auch viele schlechte Beispiele für Verkäufer.

Und aus dem Grund, dass es so uncool ist, sich „Verkäufer“ zu nennen, nennen sich eben Verkäufer lieber: Key Account Manager. Das kann ich sonders nicht vernünftig schreiben: Key Account Manager oder Kundenberater. Das fällt ja nicht so auf, weißt du. Wenn ich in irgendwelche Geschäfte gehe und mir dann jemand sagt: „Guten Tag! Darf ich Sie beraten?“ Ich sag: „Nee, Sie brauchen mich nicht beraten. Ich brauche einen Verkäufer! Ich bin ja Berater, dann holen Sie mir einen Verkäufer!“ Dann gucken sie mich ganz blöd an. Also, viele Verkäufer nennen sich lieber Key Account Manager oder Kundenberater, damit es nicht so auffällt, dass die Verkäufer sind. Das glauben sie zumindest.

Wenn du also tatsächlich auch im Verkauf bist, und ich garantiere dir, du bist im Verkauf, egal was du tust, du verkaufst dich immer.

Das verstehen die meisten Menschen auch nicht.

Wir verkaufen uns immer.

Du verkaufst dich auch als Elternteil, wenn du Kinder hast. Du verkaufst dich als Lebenspartner, wenn du Mann oder Frau hast oder was auch immer du hast. Du verkaufst dich immer.
Ja, wenn du ein Vorstellungsgespräch hast, ist das nichts anderes als ein Verkaufsgespräch. Du verkaufst dich. Du willst die anderen von dir und deiner Persönlichkeit überzeugen. Das ist nichts anderes als verkaufen.

Es ist also wichtig, tatsächlich für dich mal hinzuschauen:

„Wie ist meine innere Haltung? Wie ist meine innere Einstellung? Also bin ich wirklich mit Stolz Verkäufer oder mit Stolz Verkäuferin?“

Ich, Thomas Reich, ja, ich bin Coach und trotzdem bin ich Verkäufer.

Ich bin Verkäufer natürlich. Ich mache Podcasts. Warum mache ich Podcasts? Erstens habe ich Bock drauf, ich rede gerne, und zweitens gewinne ich damit meine Kunden. Und natürlich ist das ein Mittel zum Zweck. Mein Podcast ist ein Mittel zum Zweck, mein Podcast ist Marketing. Ich bin von Herzen Verkäufer.

Und ich habe schon viele Dinge in meinem Leben verkauft. Ich habe Zigtausende von Verkaufsgesprächen geführt. Zigtausende mit allen möglichen verschiedenen Dienstleistungen oder Produkten.

Und im Moment, derzeit, ich weiß nicht, ob das Ende letzten Jahres auch so schlimm war, aber jetzt, Anfang diesen Jahres 2021, bekomme ich ständig Nachrichten, vermehrt über Instagram, oder Insta, oder da kommen irgendwelche Audios von irgendwelchen Leuten, die ich überhaupt nicht kenne. „Hallo, Thomas! Hier ist der Jan-Philipp und so. Du hast ja ein cooles Profil! Wir sollten uns unbedingt mal kennenlernen! Erzähl mir, was du tust!“ Was will der denn von mir? Ja, und habe ich das natürlich getestet. Okay, was wollen die Burschen? Ich wusste ja nicht, die wollen mir was verkaufen. Und dann schreibe ich irgendwie zurück oder so, oder spreche eine Nachricht zurück und dann kommt wieder zurück: „Ja, Thomas, du wirst es sicherlich kennen: im Moment wollen dir ja alle wirklich etwas verkaufen! Ich will dir nichts verkaufen, ich schenke dir ne halbe Stunde gratis. Und wir können mal sprechen und hin und her und bla bla bla…“ Die lügen. Sie lügen alle.

Bei mir kannst du auch ein Gespräch buchen, wenn du sagst: „Ich möchte mal ein Klarheitsgespräch mit Thomas haben.“ Kannst du das buchen. Dafür brauchst du nichts bezahlen. Mein Ziel dahinter ist, dich als Kunde zu gewinnen. Nichts anderes. Nichts anderes. Das ist mein Ziel. Und die Mehrheit, alle, die da draußen unterwegs sind derzeit, versuchen das irgendwie über Instagram so zu machen. Auch so eine bescheuerte Art und Weise. Sie lügen dich an. Sie wollen alle was verkaufen, sie haben alle irgendwo was in petto und so. Weißt du, wir, mit unserem Team, wir haben in den letzten 13 Monaten 24 Millionen Euro Umsatz gemacht, bla bla bla… Aber wir wollen dir nichts verkaufen!“ Ich lach mich tot! Hört auf mit dieser scheiß Lügerei!

Also, für dich ist ganz, ganz wichtig, dass du dir klar machst, – dass ist mein reicher Impuls für dich heute – was ist meine innere Einstellung zum Verkaufen?

Und hat Verkaufen immer damit was zu tun, dass man sofort Geld für etwas bekommt, was ein anderer, also der Kunde benötigt? Ne, hat’s nicht.

Also, bei mir, – weiß ich das auch, – wenn Menschen mein Podcast hören, genauso wie du, dann dauert das eine Zeit lang, bis sie Kunde werden. Und nicht jeder Podcast-Hörer oder jede Podcast-Hörerin wird Kunde. Das ist auch völlig okay. Natürlich gebe ich erstmal etwas raus. Ich gebe Impulse raus, meine Lebenserfahrungen raus und so weiter und so fort. Das ist für mich ein gewisser Aufwand, der sich im Rahmen hält. Ich spreche sowieso gerne, deswegen mache ich Podcast. Und ich gebe Information raus und dann merken die Menschen so: „Okay, das finde ich ganz cool was der da erzählt.“ Und irgendwann kommt der Zeitpunkt, dass sie sagen: „Jetzt will ich mit ihm reden! Okay, der schenkt mir ein Gespräch, und natürlich, der Thomas ist Verkäufer, der macht Coaching, davon lebt der, vom Honorar und so weiter, dass er bekommt, ja, vom Geld, das er einnimmt über sein Coaching. Ich traue mich trotzdem, mit dem einen Termin zu machen.“ Und auch in diesen Gesprächen ist es nicht der Zwang, dass jeder etwas kaufen muss. Nein. Doch, es ist mein klares Ziel.

Also, noch mal die Frage: „Hat verkaufen immer was damit zu tun, dass man sofort Geld für etwas bekommt, was ein anderer, also der Kunde benötigt. Und da sage ich: Nee, hat es nicht.

Wenn man im Verkauf tätig ist, dann ist es ganz normal, dass man nicht mit jedem Kunden sofort Geld verdient, oder das Geld von dem Kunden und potenziellen Kunden ebenfalls sofort bekommt.
Doch es ist möglich, ab dem ersten Kundenkontakt Geld zu verdienen, auch wenn der Kunde dir dieses Geld noch nicht sofort gibt.

Das ist vielleicht jetzt ein bisschen schwierig für dich zu verstehen, ich weiß es nicht.
Jedes Unternehmen und somit jeder Verkäufer und jede Verkäuferin ausnahmslos jeder. Jedes Unternehmen und jede Verkäuferin oder jeder Verkäufer hat immer die Chance, dem anderen etwas zu verkaufen. Immer.
Und jeder – das auch noch als kleiner Hinweis zwischendrin – jeder Mitarbeiter im Unternehmen, selbst die tatsächlich auf dem Papier oder im Arbeitsvertrag keine Verkäufer sind, sie verkaufen.

Stell dir also vor, ein Hausmeister, der fegt das Laub draußen im Herbst. Das heißt also, du betrittst den Parkplatz eines Unternehmens, und draußen fegt jemand den Parkplatz. Ob nur Laub zu fegen ist oder Zigarettenkippen von irgendwelchen Leuten oder sonst irgendwas, spielt dabei keine große Rolle. Das heißt, dieser Hausmeister sollte folgendes tun: Er sollte natürlich die Menschen, die Kunden, die auf den Parkplatz kommen, wo er fegt, freundlich begrüßen. Der sollte sich von seiner besten Seite zeigen, denn er ist ein Teil des Unternehmens. Er stellt einen Teil des Unternehmens dar.

Wenn du da jemand den Hof fegen lässt, direkt vor dem Kundeneingang, mit einer Hackfresse und du wirst nur angeblafft, dann fährst du doch wieder weg. Dann kaufst du woanders.

Und das ganze fängt immer bei deiner inneren Einstellung an.

Also, wenn du deine innere Einstellung, deine innere Haltung darauf ausrichtest, – ich sag sogar – darauf programmierst, dass dein Gegenüber, also immer der Mensch mit dem du gerade zusammen bist, immer auch dein Kunde ist, dann steigen die Erfolgschancen, deine Produkte oder deine Dienstleistung zu verkaufen dramatisch nach oben.

Wenn du darin immer wieder eine Chance siehst, und eben weiß er ja, ich habe ja hier einen potenziellen Kunden vor meiner Nase sitzen.

Ich gab dir mal ein Beispiel dazu. Nehme mal an, du bist tatsächlich Verkäufer oder Verkäuferin in einem Sportartikelgeschäft oder es gehört dir sogar selber. Jetzt hast du Wochenende und verbringst es in einer wunderschönen deutschen Großstadt, nehme mal Hamburg. Dort triffst du jetzt Menschen, die du nie zuvor in deinem Leben gesehen hast. Du sitzt irgendwo an der Alster, genießt einen Kaffee, die Sonne scheint, alles ist schön. Und wenn du dann mit diesen Menschen – was immer passiert, wenn Menschen sich neu kennenlernen – über deinen Beruf sprichst, mal kommt die Frage: Was machst du denn beruflich? Die Frage kommt! Kommt nicht die Frage: Wie groß ist deine Wohnung? Wieviel Zimmer hast du? Sondern: Was ist dein Beruf?
Stell dir also vor, ihr redet darüber. Und wenn du jetzt über deinen Beruf sprichst, das Ganze mit der – sagen wir mal – richtigen Einstellung, mit echter Begeisterung, mit all den guten Dingen, die du für deine Kunden tust, über die Mehrwerte, die du bietest und so weiter. Wenn du darüber sprichst, ja warum deine Kunden mit dir zufrieden sind, warum sie bei dir kaufen und so weiter, dann lässt es sich doch gar nicht vermeiden, dass die Menschen, die du da in Hamburg getroffen hast, wiederum mit anderen Menschen genauso begeisternd über dich und dein Unternehmen reden.

Die kommen nach Hause, fahren zurück in ihre Stadt, in ihr Dorf, und sagen: „Du, ist verrückt, wir haben in Hamburg jemand kennengelernt, der ist Verkäufer im Sportartikelgeschäft. So einen positiven Menschen, so ein positiven Verkäufer hab’ ich noch nie getroffen.“

So, und jetzt geht’s weiter: Wenn diese Menschen, die du da in Hamburg getroffen hast, oder auch die, die das dann weitererzählt haben, mal in deiner Stadt sind, in der du lebst, – meinetwegen ist es dann, keine Ahnung, Münster in Westfalen, oder Bielefeld, falls es Bielefeld noch gibt, oder Dortmund, Duisburg, whatever – und diese Menschen sind mal in der Stadt, wo du dein Unternehmen hast, was werden sie dann machen? Genau, sie werden dich besuchen!

Und wenn sie von anderen Menschen gefragt werden: „Sag mal, kennst du einen Experten in Sachen Sportartikel?“ Wen werden sie nennen? Dich!

Aus dem Grund, dass sie mit dir ein wunderbares tolles Gespräch hatten. In Hamburg an der Alster, in der Sonne beim Kaffeetrinken. Wen werden also die Menschen dann kontaktieren, um mit ihm Geschäfte zu machen? Dich. Und so machst du Umsatz mit Kunden, auch wenn es eben etwas länger dauert, bis das Geld fließt.

Die Menschen sind, im Grunde gefühlt, von Anfang an deine Kunden und sagen „Eh, weißt du, wenn ich erstmal neue Sportartikel brauche, Inlineskater, Skier, Laufschuhe, Bergschuhe, whatever, dann komme ich zu dir!“ Und dann fließt auch das Geld. Und du weißt selber, die Welt ist klein. Das heißt, man trifft sich immer mehrfach wieder, und genauso kann es also passieren.

Wenn du in einem Unternehmen angestellt bist, und es gibt Dinge die dann nicht so gut laufen, darüber musst du nicht reden. Diese Dinge gibt es immer. Es gibt immer irgendetwas in einem Unternehmen, was nicht so gut läuft, was verbessert werden soll. Aber damit brauchst du die Menschen nicht behelligen. Das wollen die in dem Moment nicht wissen. Ja, wenn du dann nur am nörgeln bist und am jammern bist, „Ja, ich bin im Sportartikelladen. Total nervig! Der Chef ist ein Arschloch! Wir kriegen keine Ware ran! Es ist immer nervig! Es ist unaufgeräumt, meine Kollegen sind auch alle blöd und so…“ Ja, kannst du natürlich machen, aber dann wirst du die Menschen nicht wiedertreffen, dann kommen sie nicht in dein Geschäft.

Und ich habe in den letzten 25 Jahren, in den letzten 30 Jahren sogar, ja, in den letzten 30 Jahren so viele Verkäufer und sogenannte Berater getroffen. Manche sagen: „Ja, ich bin Berater, – habe ja schon gesagt vorher – ich berate, bin kein Verkäufer“, dann: „Holen Sie mir mal einen Verkäufer! Ich will was kaufen, ich brauche keine Beratung!“ Ich kann das schon gar nicht erzählen, wie viele ich getroffen habe.
Mir ist aufgefallen, dass 80% von ihnen immer, immer irgendwas zu meckern haben. Gerade die Leute im Vertrieb. Die meckern über das Marketing, die meckern über die Produktentwicklung und so weiter. Also, die sind immer am meckern! 80% sind immer am meckern, immer. Dass sie am Monatsende pünktliche Gehalt auf dem Konto haben, das finden die Klasse. Ja, dass sie einen schicken Dienstwagen noch haben mit der Tankkarte, auch noch schön. Günstiger kannst du auch kein Auto fahren. Habe ich auch alles gehabt. Dass sie sich mal über die vielen kleinen Dinge und vielen kleinen Erfolge freuen, die es im Unternehmen gibt, zu sehen was jeden Tag gut funktioniert, das haben die meisten komplett aus den Augen verloren.
Da ist es erstmal immer „nehmen, nehmen“. Aber „geben“ komm nicht so schnell zurück.

Und ich selber, ich habe auch viele Jahre die Vorzüge von pünktlichem Gehalt, von dem schicken Dienstwagen, hab’ ich jahrelang gehabt. Doch als ich gespürt habe, dass ich dafür nicht mehr der Richtige war, dass ich mich mit zu vielen Dingen im Unternehmen nicht mehr identifizieren konnte, wie man mit den Kunden umgegangen ist und so weiter und so fort, das konnte ich mit meiner inneren Einstellung nicht mehr vertreten. Und deswegen bin ich gegangen, um mir selber treu zu bleiben, um dem Unternehmen nicht zu schaden, und dann endlich das zu tun, was mir wirklich Spaß bringt. Das pünktliche Gehalt, der Dienstwagen, die Tankkarte, die konnten mich dann nicht mehr halten. Ich habe mich natürlich auch vorher manchmal in diesem negativen Sing-Sang mich einlullen lassen: „Ja das ist Scheiße! Das ist Scheiße! Das ist Scheiße!“ Bis ich gelernt habe, komm raus da, geh weg von denen! Ja, geh weg von dem.

Also, komme ich an den Anfang zurück: Verkaufen, ohne zu verkaufen, geht das?
Warum ist das Thema so uncool: Verkaufen?

Verkaufen, ohne zu verkaufen, das geht.
Zeig dich von deiner besten Seite!

Das Beispiel eben: in Hamburg an der Alster zu sitzen mit Menschen, und wirklich begeisternd über dein Produkt, über deine Dienstleistung zu reden, dann verkaufst du dich schon ohne direkt zu verkaufen. Dann kommen die Menschen eben etwas später. Das ist völlig okay. Wenn natürlich jemand in dem Moment sagt: „Sag’ mal, hast du denn irgendwie ein Fahrrad, das du mir verkaufen kannst?“ Und du hast eins im Angebot, klar, dann kannst du es verkaufen.

Und das Thema ist im Grunde nur so uncool, ja, dass diesem Verkäuferdasein was anheftet. Versicherungsvertreter, die werden oft „Versicherungsfuzzi“ oder „Versicherungsverdreher“ genannt. Boah, ist auch nicht so richtig cool, obwohl jeder Mensch viele Versicherungen hat. Also, jeder braucht den. Und wir nennen unseren Menschen, wir nennen den nicht „Versicherungsfuzzi“, wir nennen den beim Namen. Ja, wir wissen, wie der heißt und so sprechen wir ihn auch an. Das ist für uns kein Fuzzi, das ist für uns jemand, der ganz wichtig ist im Leben, den wir fragen können, wenn wir dazu Fragen haben, wenn irgendwas nicht läuft, wenn wir Lösungen brauchen.

Und wenn du tatsächlich die innere Haltung für dich korrigierst und stolz darauf bist, Verkäufer zu sein, dann wird das Thema plötzlich auch ganz cool, denn – das ist mein Abschluss für heute – wenn alle plötzlich aufhören würden – ich habe vor Wochen oder so, oder Monaten auch mal ein Podcast dazu gemacht – wenn plötzlich alle aufhören würden zu verkaufen, was passiert denn dann. Was passiert wenn alle plötzlich aufhören zu verkaufen? Kann ich dir sagen, dann steht die Welt still, denn Strom wird dir auch verkauft, deine Datenleitung, dass du telefonieren kannst, dass du Internet hast, wird dir auch verkauft.
Das kaufst nicht jeden Tag neu aber das ist dir verkauft worden. Und wenn dir keinen Strom mehr verkauft wird, dann hast du auch keine Datenleitung für dein Internet. Wenn dir kein Strom mehr verkauft wird, dann kannst du irgendwann nicht mehr tanken fahren, oder dein E-Auto nicht mehr laden oder dein E-Bike nicht mehr laden. Wenn nichts mehr verkauft wird, ist der Supermarkt irgendwann alle. Da gibt’s kein Klopapier mehr. Dann kannst du gar nicht mehr horten.

Und deswegen sieh zu, dass du Verkaufen für dich wirklich als etwas ganz Wunderbares und Besonderes siehst. Dann wird alles, was du verkaufst, ob du nun ein Produkt hast oder eine Dienstleistung, wirklich auch viel einfacher verkauft und mit mehr Spaß.

Also, in dem Sinne, viel Spaß dabei!

Das war, ist und bleibt Thomas REICH.

Du willst noch mehr Impulse?