#745 – Die Irrtümer über das BEWERTEN

Die Irrtümer über das Bewerten
Bild von Bruno /Germany auf Pixabay

Immer wieder hören wir:
“Nicht bewerten bitte”
“Bewerten ist nicht gut”

Ist das wirklich so? Wer kann denn bitte durch´s Leben gehen OHNE zu bewerten?
Ich nicht.

Wie ich das BEWERTEN sehe, verrate ich Dir in diesem Podcast.

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#745 – Die Irrtümer über das BEWERTEN

Transkript

Die Irrtümer über das Bewerten

Moin aus Hamburg, hier ist der Thomas!

Heute, am Montag, will ich mal gleich mit einem kleinen Irrtum aufräumen und zwar die Irrtümer über das Bewerten.

Wenn du auch den einen oder anderen Podcast hörst – ich weiß doch, dass du es machst –, dann wirst du den einen oder anderen auch schon mal gehört haben, der in seinem Podcast darüber spricht, oder auch irgendwo auf der Straße, in der Kneipe, irgendwo, dass wir Menschen, wir sollen ja nicht bewerten. Also, bewerten ist irgendwie blöd und das macht man nicht oder Frau nicht oder Diverse nicht. Also, bewerten, nein, das sollten wir doch bleiben lassen.

Und ich habe gerade so in der letzten Woche wieder was davon gehört, mir kam das so an die Ohren, und ich dachte: Das ist doch Blödsinn, also, das ist doch ein Irrtum. Wir bewerten doch ständig. Das ist ähnlich wie mit dem Vergleichen. Ja, wir sollen nicht vergleichen, wir sollen uns mit nichts vergleichen und so weiter und so fort. Doch unser Hirn ist natürlich darauf ausgerichtet, dass wir vergleichen.

Also, auch schon früher, wo wir noch im Wald in der Höhle gelebt haben, wollten wir irgendwie raus und den Säbelzahntiger erlegen. Na ja, da müssen wir natürlich auch erstmal vergleichen: Ist die Situation gerade für mich von Vorteil oder ist die Situation für mich gerade von Nachteil? Also, schaffe ich es, den Säbelzahntiger zu überlisten oder hat er mich vorher gefressen? Das ist Vergleichen einer Situation.

Und beim Bewerten ist es – für mich zumindest in meiner Sicht und meiner Erfahrung – ähnlich wie mit dem Vergleichen.

Wir bewerten doch immer etwas.

Wir sagen: „Ach, das finde ich doof.“ Dann ist es eine Bewertung. Oder wir sagen: „Oh, das finde ich toll, das ist total toll! Das ist super schön!“ Auch eine Bewertung. Und wir brauchen natürlich auch eine Bewertung für eine Sache. Stell dir also vor, du bist dabei, etwas zu verkaufen. Du willst dein Auto verkaufen. Dann geht es darum, das Auto zu bewerten. Also, welches Baujahr ist es, wieviel Kilometer hat es runter, was ist der Zustand, also der bewertete Zustand, um letztendlich einen Verkaufspreis zu erzielen. Das ist eine Bewertung. Und dann kommt jemand vorbei und für dich ist möglicherweise, eventuell, vielleicht – ich bau mal kleinen Weichmacher rein – dein Auto, das du verkaufen willst, wahnsinnig viel wert, also, du denkst: „Das ist doch 25000 € wert.“, und dann kommt jemand anders und sagt: „Hey! Für die Schleuder gebe ich dir maximal 15!“ Also, auch da bewerten wir. Ganz simpel. Und wenn wir nicht bewerten, wo willst du sonst das Preisschild drankleben? Wie willst du das Preisschild überhaupt erstmal bekommen? Wie willst du es bewerten? Ob du eine Dienstleistung hast, ob du ein Produkt hast, wir brauchen immer eine Bewertung, dass wir selber herausfinden: Dieses Produkt oder diese Dienstleistung – manchmal ist auch beides in einem – hat den und den Wert. Auch das ist Bewerten. Wenn wir nicht bewerten, klebt kein Preis dran. Und was machst du dann? Was machst du, wenn du keinen Preis dran hast an deiner Dienstleistung, an deinem Produkt? Dann sagst: „Ach okay!“ Ich weiß, was du machst. Dann sagst du: „Hey, weißt du… Komm, gib mir einfach das,“ und jetzt kommt’s, „was es dir wert ist.“ oder hinterher: „Na ja, gib mir einfach das, was es dir wert war.“ Und schon ist es wieder Bewerten. Und dann denkst du: „Also, ich hätte schon jetzt gerne 5000 € dafür!“ Aber du sagst: „Nee, ich will ja nicht bewerten und ich habe auch keinen Preis angegeben. Gib mir das, was du glaubst, was es dir wert ist. Was du fühlst, was es dir wert ist.“ Und dann sagt die andere Person zu dir: „Ja, dann geb’ ich dir 500 €.“ Und dann denkst du: „Bist du irre oder was? 500 ist doch viel zu wenig! Ich habe mir so gedacht 5000.“

Also, ohne bewerten findest du keinen Preis.

Kommen wir jetzt mal zu denen, wo es dann darum geht und vielleicht meinen, dass die immer darüber reden, dass wir nicht bewerten sollen. Na ja, wir sollen keine Menschen bewerten. Also, ist es ein guter Mensch, ist das ein schlechter Mensch und so. Das machen wir nicht. Ist der schwarz oder weiß, grün oder blau, gelb oder rot, dick oder dünn, groß oder klein, whatever, Mann oder Frau, Divers, irgendwas, nee, die sollen wir mal nicht bewerten. Geht das?

Hast du einen Freund? Also egal, ob du jetzt Männlein oder Weiblein bist, als Mann Freund platonisch hast. Hast du einen Freund? Ist auch eine Art Bewertung. Du prüfst ja vorher:

Passen wir zusammen? Haben wir die gleichen Werte? Haben wir die gleichen Ansichten? Wie gut fühlt sich das an, wenn ich mit der Person Zeit verbringe? Das ist auch ein Bewerten.

Oder wenn du tatsächlich sagst: „Ich bin ein Mann und ich suche mir eine Frau.“ Dann bewertest du als Mann auch. Du bewertest: „Wie sieht sie aus? Für mich. Ist das mein Geschmack?“ Und als Frau umgekehrt genauso. Auch eine Bewertung. Das hat doch nichts damit zu tun, na ja, dass man damit irgendwas Schlechtes macht. Wir bewerten halt. Und selbst, wenn tatsächlich – auch das sage ich mal so – wenn du das Gefühl hast: „Der Typ, Mann oder Frau, das ist echt ein Arsch!“, wenn du das Gefühl hast, dann denkst du es ja auch. Was war jetzt zuerst da? Denke ich erst, Arsch, oder fühle ich erst, Arsch. Also, meistens ist das Fühlen irgendwie ein Ticken schneller als das Denken. Und wenn es dann so ist, – ich meine, wenn sich einer wirklich wie ein Arsch verhält, ja mein Gott – dann darf man das auch mal sagen. Also, warum nicht? Ist es dann gleich eine Bewertung oder eine Diskriminierung oder irgendsowas? Nee, also ich glaube nicht.

Also von daher, nimm dir für heute mal mit: mein reicher Impuls, heute, am Montag, für dich die Irrtümer über das Bewerten:

Bewerten ist nichts Schlimmes. Wir machen das ständig.

Ja. Und als wir noch so ganz kleine Wesen waren, ganz kleine Babys waren, da haben wir das noch ganz intuitiv gemacht. Da haben wir dann, wenn jemand in unserem Kinderwagen reingeguckt hat, haben wir auch nicht jeden angelächelt. Manche haben wir auch angebrüllt aus dem Grund, dass wir gespürt haben: „Aaa! So wie er oder sie reinguckt! Nee. Will ich nicht.“

Also, wir kommen damit auf die Welt, und es ist etwas ganz Normales. Wir dürfen bewerten. Daran ist nix Schlimmes zu finden. Finde ich.

In dem Sinne wünsche ich dir ein tollen Montag! Viel Spaß in der neuen Woche!

Das war, ist und bleibt Thomas REICH.

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